29.7.12–18.10.12 Böses und Blaues in Lutterbek

Hallo Pappa Bild Leistner

Neuestes Bild: Hallo Pappa! Acryl on board | Goldrahmen | ca. 40 x 50 cm

Vernissage: 17.00 Uhr Sonntag 29.7.2012

In Zeiten der Krisen und Katastrophen freut man sich immer über Stehvermögen und Beständigkeit. Der Maler Friedhelm Maria Leistner wird widerspruchslos als HERR DER TIERE bezeichnet und ist als Romancier mit dem Pinsel ein steter Kämpfer und Schwarmgeist des feinsinnigen Humors. Beharrlich kehrt er immer wieder zu seinen unterhaltsamen Blauen Bildern zurück und macht sich selbst gern zum Advokat der Lachlust. Er beweist Stehvermögen und packt stetig - sehr zur Freude seines getreuen Stammpublikums- seinen schrullig hintersinnigen blauen Humor in wunderschöne alte antike goldene Rahmen. Ob Süddeutsche, Bild oder NDR, die Liste der Pressemeinungen ist lang.... und alle sind sich einig: Leistners Gutelauneverbreiter sind gefährlich. Sauansteckend und stark sucht gefährdend!

Galerie Lutterbek

News Archive

01.07.2012. Energiekrise gelöst: Kunst Aktion "Claimthesun.com"

... und wieder eine spektakuläre KunstGeschenk Aktion von Leistner. Diesmal über den Irrwitz der Energierversorgung und den Umgang der Weltgesellschaft mit Ubiquitäten. Leistner löst das Erdenergieproblem und verkauft ab dem 1.Juli 2012 für einen symbolischen Betrag Claims an der Sonne. Für eine gewisse Summe erhält jeder das verbriefte Recht für die Dauer von 99 Jahren direkt auf der Sonne eine Erdvolumeneinheit Energie abzubauen. Jeder Käufer erhält einen Claim und eine schicke Urkunde zum an die Wand hängen.[...]

27.06.2010. Grosse Betonplastik Installation auf dem Tempelhofer Flugfeld mit dreitägiger Performance

Leistern gießt menschliche Körper in seinem Charlottenburger Ateliler in Beton. Die so hergestellten Betonabgüsse vom menschlichem Rücken und Köpfen installiert er zu einer "Buckelpiste mit Kopfsteinpflaster" am östlichen Ende der Startbahn auf dem mittlerweile stillgelegen Tempelhofer Flugplatz. Wärend dreier Tage arrangiert er in schweisstreibender Arbeit die Plastik als Performance ständig neu[...]

23.03.2010. Böses und Blaues im Gutshaus Glinde – Bilder eines Bizarren Bestiariums

PRESSETEXT: Leistners Bilder handeln von lustigen Tierchen auf königsblauem Hintergrund; gestapelte Schweine, komische Vögel und ulkige Hühner, die ratlos neben viel zu großen Eiern hocken. Sein munterer Tierpark erspart den Gang auf den Bauernhof und verspricht ein ergötzliches Erlebnis. Nicht nur für trübe Herbsttage. Goldgerahmt entfalten seine strahlendblauen Tierbilder eine charmante Leichtigkeit und verleiten jeden Betrachter zum verzauberten Schmunzeln. Er ist Grenzgänger zwischen den Künsten. Leistner: „Durchs Zeichnen wird die Welt nicht besser, aber bunter.“ Er erweist sich als paradoxer Meister sanfter Ironie und beißenden Humors” Und so scheint er seinen Platz zwischen dem Bilderbuchautor Helme Heine und dem begnadeten Zeichner Michael Sowa gefunden zu haben, den er meisterlich ausfüllt. Seine Bilder sind mal zum verlieben, mal zum Lachen, mal ironisch, mal bissig, aber immer eins: herzerfrischend. „Ich beglücke gern das schöne Geschlecht! ...nein im Ernst: über 80 Prozent meiner Käufer sind Frauen, die sich was „Gutes” gönnen wollen.“ Das meint der verschmitzte fünfvierzigjährige Wahlberliner augenzwinkernd. Einst in Kiel, wo alles seinen Anfang nahm, lebte er in einer kleinen Wohnung inmitten seiner Kunst, tyrannisiert von einem verrückten Vermieter. Um sich seelisch Luft zu verschaffen, malte und zeichnete er derart viel, dass er schon bald an die Grenzen seiner Wohnung stieß. Er löste die Lagerprobleme pragmatisch, hängte alles an die Wand, solange, bis kein Millimeter seiner Wände mehr erkennbar war. Dann begannen die Ausstellungen. Er lebte einige Zeit in New York und ihm wurde klar, dass er in einer Metropole leben möchte. So wurde er Berliner. Bis heute lebt und arbeitet der einstige Westfale in der pulsierenden Hauptstadt und erschafft weiterhin mystische blaue Bilder mit schrulligem Humor in goldenen Rahmen. Seine Bilder verbreiten eine angenehme, humorvolle Atmosphäre, verzaubern Räume in denen man sich gern aufhält und eigenen sich perfekt für Ausstellungen in jeder Art. Soll es keine Ausstellung sein, so kann man sich Leistners Bilderzoo auch gern als Druck ins Haus holen. [...]

27.11.2009 Teilnahme am Kunst- und Kulturfestival Nacht und Nebelmit der Coachinggalery Berlin

Angesagtes Kunstevent mit hochkarätigen Künstlern [...]

27.09.2009 Grosse Ausstellung Kieler Landtag

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der „Herr der Tiere” Friedhelm Maria Leistner, seines Zeichens Maler und Satiriker, laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zur Ausstellungseröffnung[...]

08.2009 Ausstellung Vertikal Kiel

Erste Kontakte zum Projekt ART MEETS BUSINESS

07.2009 Teilnahme am Kunstprojekt Mauerfall 2009 und Gestaltung eines Mauersteines

Offizielles Großprojekt zur Feier des mauerfalls. 1000 Steine fallen um den Mauerfall erneut durchzuführen [...]

07.2009 Ausstellung Deutsche Kabarettisten in der Galerie Tiek Berlin

Ausstellung Deutsche Kabarettisten in der Galerie Tiek Berlin Am 3. Juli findet die Vernissage zur Ausstellung "Kabarettisten" des Berliner Zeichners Friedhelm Maria Leistner statt. Die Porträts durchweg deutscher Kabarettisten sind in der Berliner Galerie Tieck bis zum 31. Juli zu sehen. Leistners Bilder zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein fixes Format und eine einfache, warme Farbigkeit haben und vor allem unscharf sind. Leistners überdimensionale Öl-Porträts sind stets nach Fotos gearbeitet, die er selbst aufgenommen hat - auch diese bereits unscharf. Die Unschärfe begründet sich aus Leistners langjähriger Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung. "Objektive fotografische Schärfe ist eine Lüge, ein mediales Konstrukt", sagt Leistner. "Schärfe ist rein subjektive Empfindung, sie entsteht im Kopf und ist höchst individuell." So findet er es äußerst spannend sich mit diesem flüchtigen Moment des Erkennens auseinanderzusetzen. Gezeigt werden in dieser Ausstellung bekannte deutsche Kabarettisten wie Dieter Hildebrand, Georg Schramm oder Volker Pispers. Sie markieren quasi den Zwischenstand eines bereits mehrere Jahre währenden Projektes. Wieso zeigt Leistner gerade Kabarettisten? Er erklärt es so: "Ihre Tätigkeit ist flüchtig, sie haben nie Zeit, sie spielen heute hier, morgen dort, haben aber die stetig wechselnden aktuellen Ereignisse der Zeit stets fest im Blick, sie stehen im Fokus der Öffentlichkeit, des medialen Interesses, welches versucht, sie trotz Ihrer augenscheinlichen Vielseitigkeit auf eine einzige Rolle festzulegen. Sie aber haben Ihrerseits eine ganz eigene Objektivität, Schärfe und Scharfzüngigkeit und das irrwitzige Vermögen, den Fokus auf ebendiese Öffentlichkeit zu legen." [...]

06.2009 Goße Werkschau in Kiel

Für viele Kieler ist Friedhelm Maria Leistner ein alter Bekannter. Er hält dem Blau der Ostsee und dieser Stadt, in der sein künstlerisches Schaffen vor über zehn Jahren begann die Treue. Der Herr der Tiere, wie er sich selbst gern augenzwinkernd nennt, ist ein Meister des hintersinnigen Humors. Goldgerahmt entfalten seine strahlendblauen Tierbilder eine charmante Leichtigkeit und verleiten jeden Betrachter zum verzauberten Schmunzeln. Er ist Grenzgänger zwischen den Künsten. Für die einen ist er illustrativer Künstler, für die anderen künstlerischer Illustrator. So richtig einordnen lässt er sich nicht. Das mag auch der Grund sein, wieso Leistner noch nie ein Kinderbuch mit seinen Bildern illustrierte. Jugendbücher schon, aber Kinderbücher... dafür sind einige seiner Bilder zu derb. Leistner fühlt sich allerdings sehr wohl auf dieser Metaebene. Einerseits auf der Seite des offensichtlichen Spotts, zum anderen auf der Seite der schwer greifbaren subtilen Emotion. Kühe, die auf einem Bild Kaugummi kauend auf der Weide stehen, um dann auf dem nächsten Bild an eben diesen rosafarbenen Kaugummiblasen zu entschweben. Oder Hühner, die sich mit exzentrischen Kämmen auszustechen suchen. Ein Mann, der sich am Mond erhängte. Der Maler erfindet sich immer wieder neu. Leistner: "Durch's Zeichnen wird die Welt nicht besser, aber bunter." Zuhause in Berlin arbeitet Leistner an zwei neuen Projekten. Gerade aktuell eröffnet er im Juli eine Ausstellung mit dem Titel "Deutsche Kabarettisten". Hier hat er sehr bekannte Persönlichkeiten des Kabaretts großformatig in Öl portraitiert. Der Clou hierbei: Alle sind unscharf. Es ist das Ergebnis einer seit Jahren währenden Auseinandersetzung mit den Wahrnehmungsunschärfen des Lebens. Ein anderes auf Nachhaltigkeit angelegtes Projekt nennt Leistner "Soziale Skulptur" (ähnlich der sozialen Plastik von Beuys). So versucht er in vielen verschiedenen Projekten quer über Berlin verteilt, Erwachsene, Kinder und Jugendliche zum eigenen Handeln anzuregen und ihre Identifikation mit Ihrer Umwelt bewusst zu festigen. Während der Ausstellung wird Leistner leider nicht in Kiel weilen. Jedoch wird es eine begleitende virtuelle Galerie geben. Die Internetadresse kann am Ausstellungsort erfahren. ZBW - Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft Düsternbrooker Weg 120 24105 Kiel 18.6.2009 -- 20.7.2009 Mo. bis Fr. 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr [...]

Mai 2008 zwei Kunstprojekte.

Ein Theaterprojekt mit der Dramaturgin Ulla Zilges und eines zur Identifikationssteigerung von Kindern mit Ihrer Umwelt. Planung weiterer Kunstprojekte im städtischen Raum mit Jugendlichen [...]

April 2009 Erste Gepräche als Kunstbotschafter nach Afrika zu gehen

März 2009 wieder diverse Portrait - Treffen mit Kabarettisten. Erstes Treffen mit Galeristen im Atelier. Austellung wird geplant

Februar 2009 Beitritt zur Gruppe arts and friends in Berlin

Oktober 2008 Gründet mit Mitstreitern das Kulturnetzwerk Charlottenburg-Wilmersdorf. Erster Roundtable mit Künstlern

Leistner bietet Menschen die Möglichkeit, sich nackt malen zu lassen, Also Aktbilder machen zu lassen. Komischerweisewird dies fast nur von Frauen gebucht! [...]

Herbst 2008 Mein Akt an der Wand wird gegründet

Leistner bietet Menschen die Möglichkeit, sich nackt malen zu lassen, Also Aktbilder machen zu lassen. Komischerweisewird dies fast nur von Frauen gebucht! [...]

... magische Verlockung davon ausgeht. Ich zum Beispiel besitze seit Jahren ein Glasröhrchen voll mit violettem Pulver, das ich einmal wöchentlich begehrlich anstarre und dann deprimiert wieder in die Schublade zurücklege, weil ich damit allenfalls Schäden anrichten, aber nichts Sinnvolles erzeugen kann. Violett ist nicht blau, und deshalb hat Friedhelm Maria Leistner mir wahrscheinlich großherzig diese Farbe abgetreten. Im Gegenzug bin ich ihm eigentlich noch eine Tüte Buchstabensuppe schuldig. Böse, meine Damen und Herren, ist ein Gemütszustand, dem sich Friedhelm Maria Leistner nur in Phasen extremsten Geldmangels annähert. Bei Hans Fallada las ich einmal das mir unbekannte Wort "mißkumpabel" -wahrscheinlich vom Autor selbst erfunden -, und "mißkumpabel" beschreibt ziemlich exakt die Gefühls abwallung, die dann entsteht, wenn einem der Geldautomat, freundlich, aber resolut, die Karte wieder entgegenstreckt - ohne sich zu einer Auszahlung zu bequemen. Ich weiß nicht, ob's Ihnen auch so geht, aber ich habe dann immer das Gefühl, der Automat strecke mir die Zunge heraus. "Böses und Blaues" könnte man also so übersetzen: "Wenn ihr nicht ziemlich viele Bilder von mir kauft, werdeich ernstlich böse, und ihr ärgert euch blau über die versäumte Gelegenheit." "Hah!" werden jetzt die Philologen sagen, "es heißt aber schwarzärgern, nicht blau!" Und nach der neuen Orthographie kann man's vermutlich zu "schwärgern" zusammenziehen. "Ihr werdet euch also schwärgern, keinen Leistner gekauft zu haben!" Eröffnungsrede des Ghost Writers Florian Weyh über Leistner

03.2008. Treffen mit diversen Berliner Politikern

[...]

12.2008. Suche nach großem geeigneten Atelier in Charlottenburg war erfolreich. EIN TRAUM! Mit Blick über die ganze Stadt!

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23.09.2007. Leistners belebende Geschenk-Kunstaktion "Reines Deutsch" auf der documenta 12

Leistner verkauft Kernseifenstücke, in welche er vor Ort in einer Performance "Reines Deutsch" einprägt und Passanten in kontroverse Diskussionen über Sprache, Kommunikation und eigene Standpunkte zur eigenen Herkunft verwickelt[...]

01-.09.2007. Lange Suche nach einem geeigneten Kunstagenten. Schließlich fündig geworden

[...]

09-12.2006. treffe mich mit anderen wichtigen Kabarettisten Deutschlands. Projekt nimmt weitere Gestalt an

[...]

Die Rede vom ehem. Domprobst zu Ratzeburg Jürgen Müller zur Eröffnung in Glinde 23.3.2010:

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde der Mal- und Zeichenkunst!

Jegliche Kunst hat ihre Wurzeln in der Religion. Ich meine mit diesem Begriff keine der großen oder kleinen heute bekannten Religionen, sondern ich gehe damit viele tausend Jahre zurück, in die Urgeschichte der Menschheit. Wenn in der Steinzeit Menschen in einen Röhrenknochen Löcher bohrten und diesem Instrument Flöten-ähnliche Laute entlockten, dann geschah das nicht, um irgendein Lied zu begleiten. Sondern die Töne erklangen zur Ehre eines wie auch immer vorgestellten göttlichen Wesens. Wenn andere Menschen eine Höhle mit Tierbildern bemalten, dann hatte das nichts mit der Ausschmückung ihres Wohnzimmers zu tun. Sondern es hatte rituellen, beschwörenden Sinn. Und das gleiche gilt für Skulpturen, für Tanz und für gebundene Sprache. Jegliche Kunst hat ihre Wurzeln in der Religion. Zuerst war das Heilige. Danach entwickelte sich das Gute, Wahre und natürlich auch das Schöne. Menschheitsgeschichtlich gesehen - also in Jahrtausenden oder Jahrzehntausenden gedacht - hat sich die Kunst erst vor ganz kurzer Zeit von der Religion emanzipiert. Ich nehme nicht an, dass Friedhelm Maria Leistner über Religion nachsinnt, wenn er zeichnet oder malt. Ich will ihn nicht zu einem Künstler stilisieren, der sich dem Dienst einer Religion verpflichtet fühlte. Aber wenn er einen Pastor um die Einführungsrede zu dieser Vernissage gebeten hat, dann will ich gern mit meinem Fachgebiet anfangen. Da muss er dann durch, und Sie ebenfalls. Ich kenne niemanden von Ihnen, und niemand von Ihnen kennt mich, nehme ich an. Über die Werke von Friedhelm Maria Leistner aber lernen wir uns kennen und kommen wir ins Gespräch. Das ist ja eine der bemerkenswertesten und wesentlichsten Folgen sowohl religiösen wie künstlerischen Tuns, dass beides uns innerlich bewegen kann und dass beides zum Kommunizieren anregt oder verleitet - sei es, dass es uns positiv anspricht und wir uns darüber austauschen wollen, sei es, dass wir es ganz unmöglich finden und gar nicht anders können als unsere Ablehnung oder unseren Protest anderen mitzuteilen. Ich kenne auch Herrn Leistner nicht näher. Mich verbindet mit ihm, dass ich von einem seiner Gemälde so angesprochen war, dass ich es ihm abgekauft habe. Ich würde es Ihnen gern beschreiben: Goldener Rahmen, die Leinwand wesentlich blau. Von unten baut sich ein Hügel auf, schwarz, bestehend aus nicht klar zu erkennenden Gegenständen. Man sieht nur, dass sie flach sind und scharfe Kanten haben. Was das für Dinger sind, zeigt sich weiter oben, etwa ab der Mitte des Hügels, der immer steiler wird: Es sind Blätter, alle gleich groß, alle mit demselben Motiv bemalt: Ein Strichmännchen (selbstverständlich ein blaues). Ganz oben auf der Spitze des Hügels sieht man den Produzenten dieses Blätterhaufens: Ein Maler sitzt vor seiner Staffelei. Er ist offensichtlich gerade dabei, das tausendste oder zehntausendste Blatt mit einem Männchen von der Staffelei zu reißen und nach unten zu befördern. „,N Haufen Arbeit“ hat Friedhelm Maria Leistner dieses Werk genannt. Es hat mich angesprochen, weil es karikierend darstellt, wie ich Predigten schreibe: Ich sitze am Computer und denke in ihn hinein. Mit dem ersten Satz muss ich die Hörer ansprechen und neugierig machen. Den habe ich in der Regel ziemlich schnell formuliert. Der Rest braucht einige Stunden, aber dann steht sie da. 1.500 bis 1.700 Worte, für eine Redezeit von 17 bis 20 Minuten. Und es ist normalerweise auch eine Rede, keine Schreibe. Sie steht da, aber sie steht noch nicht. Denn dann beginnt das, was auf meinem Gemälde der Maler mit den Strichmännchen macht: Er ändert nicht die Grundform, aber mit Einzelheiten ist er nicht zufrieden. Weg damit, neu formuliert. Immer noch nicht angemessen, nicht präzise genug. Dieser Satz zu lang. Jener zu umständlich gesagt. Hier passt der Vergleich nicht wirklich richtig, da fehlt ein Glied in der Argumentations-Kette. Und so weiter. In meiner aktiven Zeit als Domprobst in Ratzeburg war ich jeden Sonntag „dran“ - von Urlaub abgesehen. Spätestens am Dienstag begannen die ersten Überlegungen, aber erst am Sonntagmorgen gegen neun war die Predigt so weit fertig, dass ich damit auf die Kanzel gegangen bin. Sie verstehen meine Affinität zu dem Bild mit dem Titel „,n Haufen Arbeit“. Ich erwarb es bei der ersten größeren Ausstellung von Friedhelm Maria Leistner. Das war Ende 1997 in Ratzeburg. Dieses Bild verbindet mich mit ihm, und das ist der Grund, warum ich für heute Abend zugesagt habe und am Gründonnerstagabend nicht zum Gottesdienst gegangen bin. Der Künstler sagt über seine Arbeit: „Am Anfang steht ein goldener, antiker Rahmen, vom Trödel erstanden oder ersteigert. Dann erst wird das Motiv erlegt, bearbeitet, bis es grün und blau ist, und stimmig eingepasst. Jedes Bild hat einen individuellen Rahmen, in dem es sich wohlfühlt und aus dem es tunlichst auch nicht mehr herausgenommen werden sollte.“ Der Rahmen ist für ihn wohl dem vergleichbar, was ich eben zum ersten Satz gesagt habe: Er muss sitzen, passen, aufmerksam und neugierig machen. Dann folgt das erlegte Motiv, das er so lange bearbeitet, bis es die richtige Farbe angenommen hat. Was richtig ist, bestimmt natürlich der Bildermacher selbst; dabei lässt er sich aber vom Herkömmlichen leiten: Der Teufel ist rot, die Hühner sind weiß, der Elefant ist grau. Aber der Hintergrund ist fast immer blau. In einem Kommentar zu seiner Kunst wird vermutet, dass Herr Leistner darum blau wähle, weil er keinen Alkohol trinkt, und wenn er nicht auf natürliche Weise, wie ein normaler Mitteleuropäer, mit dem Zustand des Blau-Seins Bekanntschaft machen könne, dann müsse das eben auf seine künstlerische Art gehen. Das ist zumindest eine Erklärung. Ob sie den Blaugrund seiner Bilder umfassend erklärt, weiß ich nicht. Wenn ich es richtig erinnere, hatte er damals in Ratzeburg ausschließlich die blauen Bilder ausgestellt - Bilder, die ich als witzig oder frech empfand, auf jeden Fall mit einer guten Prise Humor gemalt. Die Bilder, die er unter die Überschrift „Böses“ stellt, habe ich erst auf seinen Internet-Seiten entdeckt - und dann natürlich hier. Einige sind wirklich richtig böse. Aber gewiss nicht böser, als die Sache, die sie abbilden oder anklagen. Das haben sie mit jeder Form von Satire gemeinsam: Satire und die bösen Bilder spitzen eine Gegebenheit zu, bringen sie auf den Punkt. Sie zeigen auf, wo es weh tun müsste, wo es uns weh tun müsste, wenn wir nur so kritisch und so scharf hinsähen wie der Satiriker oder der Bildermacher Friedhelm Maria Leistner. „Bildermacher“ nenne ich ihn, weil er sich selber so bezeichnet. Er malt nicht nur, er zeichnet Karikaturen, schneidet Filme, gestaltet für Werbeagenturen, porträtiert und fotografiert. Die Grundlage dieses Bildermachens ist das Zeichnen. So hat er es mir erklärt. Und das kann man nachvollziehen, denke ich -auch dann, wenn man selber keine ausgeprägte künstlerische Begabung hat. Woher er seinen Humor hat, kann er mir nicht verraten. Wahrscheinlich sei er ihm angeboren. Meint er. Auf die allfällige Frage, wie solcher Humor zugleich mit ihm in Gütersloh zur Welt kommen konnte, weiß ich keine Antwort. Mit dieser Stadt verbinde ich alles mögliche, nur nichts, was mit Humor zu tun hätte. Ich darf das sagen - ich komme zwar nicht aus Gütersloh, aber aus Ostwestfalen, und das ist nicht so weit entfernt. Die Menschen dieser Gegend sind nicht stur, wie das verbreitete Vorurteil meint. Sie sind - wie soll ich es nennen - zielorientiert geradlinig. Womit ich nicht behaupte, dass die Westfalen zum Lachen in den Keller gehen. Aber es wird schon als eine gewisse Störung empfunden, wenn sich Humor, Heiterkeit, Lachen unangemeldet und spontan in den Ernst des Lebens hineindrängen. Wenn also in dieser Gegend die zielorientierte Geradlinigkeit die Regel für das Lebensgefühl darstellt, dann ist unser Künstler die Ausnahme. Er hat das, was ihm in Gütersloh untypischer Weise angeboren ist, handwerklich bewundernswert ausgebaut. Bis auf das Bild, das bei mir zu Hause neben dem Schreibtisch hängt, werden Sie alles, was ich Ihnen beschrieben habe - und noch ein bisschen mehr - hier in der Ausstellung wiederfinden. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei Ihrem Rundgang. Und Friedhelm Maria Leistner wünsche ich nicht weniger Freude, wenn er bei der Finissage auf die Schlussabrechnung schaut. In diesem Sinne: Einen guten Abend!

 

 

 

usw. etc. pp.